Das Bachelor-Studium in Physik vermittelt Grundlagen der Physik und Mathematik und gibt einen Einblick in die experimentelle Arbeit im Labor. Es fördert die Fähigkeit zum abstrakten Denken und bereitet die Studierenden darauf vor, sich im Berufsleben selbstständig weiterzubilden. Physikerinnen und Physiker arbeiten oft in der Forschung, sei es in industriellen oder staatlichen Laboratorien. Ihre Aufgaben sind vielfältig und umfassen die Untersuchung von Prozessen in der Atmosphäre, die Erforschung neuer Materialien, die Entwicklung von Techniken im Bereich atomarer Dimensionen oder die Anwendung energiereicher Strahlen in der Medizin.

Organisation des Studiums

Im Basisjahr wird der Mathematik- und Physikstoff aus der Mittelschule wiederholt und zügig erweitert, um ein sicheres Verständnis aufzubauen. Im Vordergrund steht das Trainieren des mathematischen und physikalischen Denkens sowie präziser Argumentationsweisen. Im zweiten Studienjahr werden die erworbenen Kompetenzen vertieft, während der Fokus zunehmend auf physikalische Fragestellungen gerichtet wird. Zwei Praktika eröffnen den Weg in die experimentelle Physik und vermitteln zugleich die Prinzipien wissenschaftlichen Arbeitens.

Im dritten Studienjahr wird das grundlegende Fachwissen gefestigt und erweitert, um die Basis für eine spätere Spezialisierung im Master-Studium zu schaffen. Neben den theoretischen Kernfächern, die bereits im zweiten Studienjahr beginnen, eröffnen die experimentellen Kernfächer im letzten Jahr des Bachelorstudiums den Zugang zu den zentralen Gebieten der modernen Physik.

Teilchenbeschleuniger zur Erforschung von Elementarteilchen am CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung.

Alle Infos auf einen Blick

Bildungsinstitut

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich ETHZ > Naturwissenschaften und Mathematik

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Abschluss

Bachelor Universitäre Hochschule UH

Sprache

Deutsch

Bemerkungen zur Sprache

In höheren Semestern sind Lehrveranstaltungen auf Englisch möglich. Die jeweilige Unterrichtssprache ist im Verzeichnis der Lehrveranstaltungen aufgeführt.

Dauer

Das Bachelor-Studium umfasst 180 Kreditpunkte, was einer Normstudiendauer von drei Jahren entspricht. Die maximale Studiendauer beträgt fünf Jahre.

1 ECTS-Kreditpunkt entspricht einem Aufwand von 25-30 Arbeitsstunden.

Erstes StudienjahrKP
Analysis I & II20
Lineare Algebra I & II14
Datenanalyse5
Informatik5
Physik I & II14
Total58
Zweites StudienjahrKP
Funktionentheorie6
Mathematische Methoden der Physik I & II12
Allgemeine Mechanik7
Physik III7
Elektrodynamik7
Numerische Methoden6
Theorie der Wärme6
Praktika10
GESS – Wissenschaft im Kontext2
Total63
Drittes StudienjahrKP
Quantenmechanik I8
Kernfächer24
Wahlfächer8
Praktika, Proseminare und Semesterarbeiten15
Wissenschaft im Kontext4
Total59
BACHELOR TOTAL180

KP = Kreditpunkte

Basisjahr: Das erste Studienjahr (genannt Basisjahr) vermittelt nach einem einheitlichen Lehrplan die breiten Grundkenntnisse, auf denen das spätere Fachstudium aufbaut. Insbesondere werden die gleichen mathematischen Grundlagen vermittelt wie im Mathematikstudium.

Fachstudium Im Bachelor Studium (3.-6. Semester) wird einerseits die Grundausbildung auf höherem Niveau fortgesetzt, und andererseits wird eine Vertiefung von Kenntnissen in den Grundfächern der experimentellen und theoretischen Physik angestrebt.

Wissenschaft im Kontext sind Fächer aus dem Bereich Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften (GESS). In den Vorlesungen und Seminaren werden historische, moralische, erkenntnistheoretische, juristische, ökonomische und politische Kontexte untersucht. Die Studierenden lernen, Zusammenhänge zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen, technischen Innovationen, kulturellen Kontexten, Individuen und Gesellschaften zu erkennen und kritisch zu hinterfragen.

Im ersten Jahr wird eine Basisprüfung über den gesamten Stoff des ersten Jahres abgelegt. In einem Pilotversuch (2016-2022) wird diese Prüfung in zwei Blöcke aufgeteilt, die unabhängig voneinander geprüft werden können und bestanden werden müssen. Im zweiten Jahr werden die obligatorischen Fächer in drei Prüfungsblöcken geprüft. Die weiteren Lehrveranstaltungen werden einzeln geprüft.

Bei den Praktika, Semesterarbeiten und Proseminare müssen Semesterleistungen erbracht werden (Berichte, schriftliche Arbeiten, Vorträge).

Zulassung

Direkte, prüfungsfreie Zulassung:

  • Schweizerische oder schweizerisch anerkannte Maturität, resp. Passerelle.
  • Gleichwertiger ausländischer Maturitätsausweis, sofern die Bedingungen der ETH-Zulassungsverordnung erfüllt sind.
  • Vom Bund anerkannter Fachhochschulabschluss
  • Abschluss einer der ETH entsprechenden universitären Hochschule.

Zulassung mit anderen Abschlüssen:

  • Bewerberinnen und Bewerber mit Ausweisen, welche die Bedingungen für die prüfungsfreie Zulassung nicht erfüllen, müssen eine umfassende oder reduzierte Aufnahmeprüfung ablegen.

Anforderungen

Das Physik-Studium setzt Freude am Experimentieren und am formalen, abstrakten Denken voraus. In der Experimentalphysik braucht es zudem technisches Verständnis und handwerkliches Geschick.

Sprachkompetenzen

Gute Englischkenntnisse sind ebenfalls von Vorteil.

Berufliche Perspektiven

Welche Tätigkeitsfelder stehen nach diesem Studium offen? Wie könnte eine Laufbahn mit diesem Studium aussehen?

Weiterführende Masterstudien

  • Master of Science ETH in Physik
  • Übertritt in spezialisierte Master der ETH kann «sur dossier» und mit Auflagen erfolgen.

Lehrer/in Sek. II:
Es kann das Lehrdiplom für Maturitätsschulen in Physik erworben werden (Umfang 60 KP). Der Abschluss berechtigt zum Unterricht an Mittelschulen sowie anderen höheren Lehranstalten. Mit der Ausbildung kann nach dem Erwerb des Bachelordiploms begonnen werden. Der Erwerb des Diploms setzt jedoch einen Master-Abschluss im Studiengang Physik voraus.

Es kann auch ein weniger umfangreiches Didaktik-Zertifikat (24 KP) erworben werden, das zum Unterricht in höheren Schulen, nicht aber am Gymnasium berechtigt. Siehe: www.didaktischeausbildung.ethz.ch

Studierende geben Einblicke in das Physikstudium an der ETH