Das Bachelorstudium in Sozialer Arbeit an der ZHAW  ist eine generalistische ausgerichtete Ausbildung und befähigt für eine spätere Tätigkeit in allen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit. Durch die Wahl eines thematischen Schwerpunktes besteht die Möglichkeit der individuellen Profilbildung

Das Studium gliedert sich in ein Basis- und ein Hauptstudium. Der modulare Aufbau und das breite Studienangebot ermöglicht eine individuelle Studiengestaltung mit grosse inhaltlicher und zeitlicher Flexibilität.

Basisstudium

Pflichtmodule:

In den Pflichtmodulen des Basisstudiums lernen die Studierenden theoretische Grundlagen der Sozialen Arbeit kennen und eignen sich erste Fachkompetenzen an, zum Beispiel in den Bereichen Fallverstehen, Kommunikation/Interaktion und methodisches Handeln. Zudem erwerben sie Wissen aus den wichtigsten Bezugsdisziplinen wie Psychologie, Pädagogik, Erziehungswissenschaften, Soziologie, Recht, Politik und Ökonomie. Ausserdem lernen die Studierenden wissenschaftliche Überlegungen anzustellen und das theoretische Wissen mit der Praxis in Beziehung zu setzen und zu verknüpfen.

Portfoliomodule:

Die Studierenden absolvieren im Verlauf des Studiums mehrere Portfoliomodule. In den Portfoliomodulen setzen sich die Studierenden mit der Frage auseinander, wie sie sich in ihrem Studium zu einer Fachperson der Sozialen Arbeit entwickeln können. Auf dem Weg zu einer selbstkritisch-reflektierten Professionshaltung reflektieren sie unter anderem ihre eigene Bildungsbiographie sowie ihre Werthaltungen und Normvorstellungen im Kontext gesellschaftspolitischer Bedingungen.

Hauptstudium

Im Hauptstudium planen und gestalten die Studierenden ihren Studienverlauf eigenständig und weitgehend entlang eigener Interessen. Neben dem Besuch von Pflichtmodulen, in welchen die Inhalte des Basisstudiums fortgesetzt und ausgebaut werden, haben die Studierenden die Möglichkeit, inhaltliche Schwerpunkte in Form von wählbaren Wahlpflichtmodulen (Vertiefungsmodule und Seminare) zu setzen. Zudem beginnt spätestens mit dem Übertritt ins Hauptstudium die integral in das Studium eingebettete Praxisausbildung.

Wahlpflichtmodule:

Die Wahlpflichtmodule im Hauptstudium ermöglichen eine individuelle Profilbildung entlang von Schwerpunkten. Für jeden Schwerpunkt stehen zwei Vertiefungsmodule sowie thematisch ergänzende Seminare zur Wahl. Aus dem gewählten Schwerpunkt müssen mindestens ein Vertiefungsmodul und drei Seminare besucht werden. Ein zweites Vertiefungsmodul und vier weitere Seminare können frei aus dem gesamten Wahlpflichtangebot gewählt werden.

Das Angebot der Wahlpflichtmodule gliedert sich in fünf Schwerpunkte:

  • Partizipation, Teilhabe und Integration
  • Sozialraum, Kultur und Community Development
  • Lebensphasen, Übergänge und Generationen
  • Devianz, Delinquenz und Kriminalprävention
  • Vulnerabilität und Interventionen

Praxisausbildung:

Die Praxisausbildung ist integraler Bestandteil des Studiums. Sie ist ein gezielter, geplanter, durch ausgebildete Fachkräfte der Sozialen Arbeit angeleiteter und evaluierter Prozess. In der Praxisausbildung werden Handlungskompetenzen in professionellen Institutionen der Sozialen Arbeit unter realen Handlungsbedingungen erworben und vertieft. Studierende im Bachelorstudium absolvieren die Praxisausbildung wahlweise in Form von Praktika oder als Mitarbeitende in Ausbildung.

  • Praxisausbildung in Form von Praktika:

    Die Praxisausbildung in Form von Praktika wird nach dem Basisstudium absolviert und umfasst in der Regel zwei Praktika. Diese haben gemeinsam einen Umfang von 1500 Arbeitsstunden, der Anstellungsgrad variiert zwischen 50 und 80%. Ein Praktikum dauert fünf bis elf Monate und wird in der Regel entlöhnt. Weitere Varianten sind ein langes Praktikum, ein Projektpraktikum oder ein Auslandpraktikum.
  • Praxisausbildung in Form von Mitarbeitenden in Ausbildung:

    Mitarbeitende in Ausbildung sind während der gesamten Praxisausbildung in derselben Organisation angestellt. Sie leisten 3200 Arbeitsstunden über einen Zeitraum von mind. zweieinhalb Jahren. Der Anstellungsgrad kann zwischen 50 und 80% umfassen (im Basisstudium zwischen 50 und 80%, im Hauptstudium bis 80%). Die Studierenden erhalten einen Ausbildungslohn.

Studienorganisation

Das Hauptstudium ist so ausgestaltet, dass die Studierenden ihren individuellen Studienverlauf von Semester zu Semester selbst definieren können. Dies erlaubt es, den Inhalt und den zeitlichen Aufwand des Studiums auf die aktuellen Lebensumstände und die Praxisausbildung abzustimmen.

Unterrichtszeiten:

  • Vollzeitstudium: Präsenzunterricht im Basisstudium 4 Tage pro Woche (Mo, Di, DO und Fr). Im Hauptstudium können Inhalt und zeitlicher Aufwand jedes Semester neu auf die Praxisausbildung und die jeweiligen Lebensumstände abgestimmt werden.
  • Teilzeitstudium: Präsenzunterricht im Basisstudium zwei Tage pro Woche, Mo/Di bei Studienbeginn im Frühjahr; Do/Fr bei Studienbeginn im Herbst. Im Hauptstudium werden die Module von den Studierenden selbst gewählt; Pflichtmodule finden Mo/Di statt.
Nachdenklicher Teenager sitzt auf Betonmauer, hinter ihm ein kreisrundes Fensterloch mit Blick auf eine Stadt.

Alle Infos auf einen Blick

Bildungsinstitut

Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW > Departement Soziale Arbeit

Link zum Angebot

Link zur Zulassung

Abschluss

Bachelor Fachhochschule FH

Sprache

Deutsch

Dauer

Vollzeit: mind. 6 Semester
Teilzeit/Berufsbegleitend: mind. 9 Semester

1 ECTS-Kreditpunkt entspricht einem Aufwand von 25-30 Arbeitsstunden.

Module (Vollzeitstudium)ECTS-Punkte

 Basisstudium

60 ECTS

1. Semester
Geschichte und Theorien der Sozialen Arbeit8 ECTS
Entwicklung und Sozialisation8 ECTS
Grundlagen professioneller Interaktion und Kommunikation6 ECTS
Einführung in wissenschaftliches Arbeiten5 ECTS
Portfolio 13 ECTS
2. Semester
Rechtliche und ethische Grundlagen der Sozialen Arbeit6 ECTS
Gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen der Sozialen Arbeit5 ECTS
Sozialer Wandel, soziale Probleme, soziale Ungleichheit6 ECTS
Organisationen im Sozialwesen6 ECTS
Fall- und Methodenwerkstatt6 ECTS
Portfolio 23 ECTS

Hauptstudium

 120 ECTS

3. bis 6. Semester
Pflichtmodule:
Psychosoziale und sozialpädagogische Herausforderungen in der Sozialen Arbeit4 ECTS
Professionalisierung und Theorien der Sozialen Arbeit4 ECTS
Forschungsmethoden3 ECTS
Betrieb und Gestaltung von Organisationen4 ECTS
Portfolio 34 ECTS
Portfolio 44 ECTS
Praxisausbildung in Form von Praktika (ab 3. Semester):

Praxismodul 1

Praxismodul 2

Praxisausbildung in Form von Mitarbeitenden (durchlaufend ab 1. Semester):

Praxismodul 1+2

54 ECTS

(je 27 ECTS)

Wahlpflichtmodule:
Schwerpunkt 1: Partizipation, Teilhabe und Integration
Gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Integration7 ECTS
Diversität, Diskriminierung und Prekarisierung7 ECTS
Seminare Schwerpunkt 1je 2 ECTS
Schwerpunkt 2: Sozialraum, Kultur und Community Development
Community Development7 ECTS
Sozialraumorientierte Soziale Arbeit7 ECTS
Seminare Schwerpunkt 2je 2 ECTS
Schwerpunkt 3: Lebensphasen, Übergänge und Generationen
Aufwachen und erwachsen werden7 ECTS
Erwachsen sein und alt werden7 ECTS
Seminare Schwerpunkt 3je 2 ECTS
Schwerpunkt 4: Devianz, Delinquenz und Kriminalprävention
Straf- und Massnahmenvollzug und Soziale Arbeit7 ECTS
Abweichendes Verhalten und Kriminalprävention7 ECTS
Seminare Schwerpunkt 4je 2 ECTS
Schwerpunkt 5: Vulnerabilität und Intervention
Interventionen zur Bewältigung von Vulnerabilität im Kindes- und Jugendalter7 ECTS
Interventionen bei Erwachsenen mit multiplen Problemlagen7 ECTS
Seminare Schwerpunkt 5je 2 ECTS
Ergänzendes Seminarangebotje 2 bis 4 ECTS
Bachelorarbeit15 ECTS

Total

180 ECTS

Zulassung

Zum Zeitpunkt der Anmeldung sind die folgenden formalen Zulassungsvoraussetzungen auszuweisen:

  • Drei- oder vierjährige Berufslehre plus Berufsmatura (alle Richtungen), oder
  • Gymnasiale Matura (eidgenössisch und kantonal anerkannte Formen, inklusive Lehrdiplome, die zum Hochschulstudium berechtigen), oder
  • Fachmatura oder Handelsmittelschulabschluss mit FH-Zugangsberechtigung, oder
  • Diplom einer Höheren Fachschule, oder
  • Nachweis einer anderweitig erworbenen allgemeinbildenden Ausbildung (z.B.  durch den Vorkurs für Hochschulen für Soziale Arbeit bei AKAD), oder
  • Abschluss einer ausländischen Ausbildung, die mindestens dem Niveau der Berufsmatura entspricht. Je nach Ausstellungsland des Reifezeugnisses müssen für eine prüfungsfreie Zulassung zusätzliche Bedingungen erfüllt werden.
  • Mindestens einjährige Arbeitswelterfahrung im Rahmen einer 100%-Anstellung, drei Monate davon in einem Tätigkeitsfeld der Sozialen Arbeit (Vorpraktikum)(bei einer bereichsspezifischen Vorbildung entfällt die Bedingung) Wer nicht sechs Monate im Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit tätig war, kann die fehlende Erfahrung nach bestandener Eignungsabklärung innerhalb von 18 Monate nachholen. Der Studienplatz wird erst mit dem Nachweis des absolvierten Vorpraktikums gewährt.
  • Studienbewerbende mit ausländischem Studienberechtigungsausweis, die nicht deutscher Muttersprache sind, müssen den Nachweis über Sprachkenntnisse in Deutsch mindestens auf dem Niveau C1 erbringen und Deutschschweizer Mundart verstehen.

Sind alle formalen Voraussetzungen erfüllt, findet für alle Studienbewerbenden eine obligatorische Eignungsabklärung in Form einer Fallreflexion und eines Einzelgesprächs statt. Die Eignungsabklärung kann bei Nichtbestehen einmal wiederholt werden.

Studienbewerbende, die an einer anderen Hochschule im Fachbereich Soziale Arbeit endgültig abgewiesen bzw. aufgrund ungenügender Leistungen oder disziplinarischer Gründe ausgeschlossen wurden, werden nicht zugelassen.

Anforderungen

Für die Soziale Arbeit eignen sich Personen, die gerne mit Menschen arbeiten, gut kommunizieren und mit Konflikten umgehen können. Ebenso wichtig sind Reflexionsfähigkeit, Offenheit und Neugier.

Berufliche Perspektiven

Welche Tätigkeitsfelder stehen nach diesem Studium offen? Wie könnte eine Laufbahn mit diesem Studium aussehen?

Weiterführende Masterstudien

  • Master in Sozialer Arbeit

Porträt eines Berufstätigen