Design
Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
Bachelor Fachhochschule FH
Vertiefung Industrial Design
Ästhetik, Brauchbarkeit, Materialität, emotionale Wirkung, Lesbarkeit, Formwert: In die Gestaltung serieller Güter fliesst das Wissen verschiedener Disziplinen ein. Um im rasanten gesellschaftlichen Wandel als Designer:in eine aktive Rolle übernehmen zu können, lernen Studierende ein selbstbewusstes Vorgehen in der eigenen Disziplin und den fach- und sozialkompetenten Umgang mit angrenzenden Bereichen. Als Basis für eine selbstständige, kritische Entwurfsarbeit nähern sich die Studierenden während des Grundstudiums den konzeptionellen, methodischen und handwerklichen Komponenten des kreativen, problemorientierten Gestaltungsprozesses an. Das Hauptstudium ist auf die vertiefter Projektarbeit entlang der frei wählbaren Schwerpunkte "Einführungs-,Praxis- und Visionsprojekt" fokussiert.
Um relevante aktuelle und zukünftige Themen zu behandeln, bietet der Studiengang Zugang zu drei Laboren: Das Design Culture Lab bietet den Raum, kritisches Denken anzuwenden und neue Designperspektiven zu erfassen. Das Material@Sustainability Lab befasst sich mit Themen der Nachhaltigkeit und das Digital Integration Lab, bietet eine erweiterte Perspektive und Infrastruktur bezüglich des digitalen Wandels.
Studienaufbau
Das Studienangebot reflektiert gesellschaftlich relevante Themen: Inhaltliche Schwerpunkte reichen von nachhaltiger Produktion über Medical Design und Transport bis hin zu sozialer Innovation, "Home and Living?" sowie Interfacegestaltung. Auch gestalterische Fragen, welche Investitions- und Konsumgüter betreffen, werden behandelt. Die kritische Reflexion der Inhalte und Vorgaben als Voraussetzung für innovative Konzepte und Lösungen ist dabei zentral.
Grundstudium (1. und 2. Semester)
Im Grundstudium werden Ihnen parallel zur Projektarbeit technische, handwerkliche, methodische und gestalterische Kenntnisse vermittelt. Sie machen sich mit verschiedenen Arbeits- und Entwurfsmethoden vertraut. Einfache, in kurzer Zeit realisierbare Projekte werden mit gezielten Übungen und vertiefenden Vorlesungen ergänzt.
Hauptstudium (3. bis 6. Semester)
Im Hauptstudium widmen Sie sich überwiegend ihrer eigenen Projektarbeit. Einführungs-, Praxis- und Visionsprojekte variieren in Umfang und Komplexität. Durch die Auswahl von Studienmodulen (Wahlpflichtfächern) setzen Sie individuelle Schwerpunkte. Im 6. und letzten Semester bearbeiten Sie hauptsächlich Ihre Bachelor-Thesis.
Vertiefung Mode-Design
"Doing Fashion" nennt sich die ganzheitliche Praxis des Gestaltens, die im Studiengang Mode-Design ausgeübt wird. "Doing Fashion" heisst, sich zu involvieren, verantwortungsvoll und nachhaltig an der Gestaltung von Gegenwart und Zukunft teilzuhaben. Das wesentliche Ziel ist es, alternative Handlungsräume im Bereich des Mode-Designs herzustellen und Ideen zu verfolgen, die über ein konventionelles Modeverständnis hinausgehen. Durch das praxisbezogene Erfahren und Erkennen der Beziehung zwischen Körperwahrnehmung und Gestaltung, wird Mode in ihrer ästhetischen, sinnlichen und sozialen Funktion nachvollziehbar und verständlich. Mode wird als Teil einer Alltagskultur diskutiert, die kritisch Stellung zu gesellschaftlichen Veränderungen nimmt und diese im Sinne eines wünschenswerten Wandels vorantreiben kann.
Während Ihres Studiums werden Sie mit dem Fokus auf ästhetischer Bildung umfassend auf den schweizerischen und internationalen Arbeitsmarkt vorbereitet. Neben der Studienreise, dem Praxissemester und vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten, bietet der Studiengang im Rahmen der Thesispräsentationen eine öffentliche Plattform.
Vertiefung Prozessgestaltung / Hyperwerk
HyperWerk ist ein Möglichkeitsraum für neue und unerwartete Formen der Gestaltung. Beheimatet am Institute Experimental Design und Media Cultures versteht es sich als verbindende Grundstruktur für den Studiengang Prozessgestaltung, als Seismograf für die manchmal noch schwachen Signale des gesellschaftlichen Wandels. Darüber hinaus ist HyperWerk Nährboden für transdisziplinäre Projektarbeit von und mit Studenten und Studentinnen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und externen Personen. Ob in Gerechtigkeitsdebatten, bei Konflikten zu Nachhaltigkeit, Teilhabe, Ernährung, Digitalisierung, Migration oder Pflege: Indem wir uns um das ‹zusammen leben› kümmern, verstehen wir Freiheit, als bewusste Abhängigkeit. Dabei ist es wesentlich, dass Beziehungsweisen aktiv befragt, gepflegt, genährt und gestaltet werden können. HyperWerker/HyperWerkerinnen sehen in einer sorgfältigen Prozessgestaltung das Potenzial und die Herausforderung für eine nachhaltige Gegenwart und Zukunft. Bewirkt werden explorative Bildungsformen, die komplexe Prozesse und kollaborative Arbeitsweisen erfordern und fördern. Daraus bilden sich dezentrale und fluide Netzwerke, Kollektive und Gemeinschaften, die durch Interdependenz gehalten werden. HyperWerk ist und bleibt dabei ein Lernlabor, das mit flexiblen Versuchsanordnungen auf aktuelle Entwicklungen reagiert und experimentell den Wandel seiner eigenen Methoden sucht.
"Wie können wir zusammen leben?" Diese Frage ist konstante Begleiterin hinter den Projekten und Diskursen des Studiengang Prozessgestaltung am HyperWerk. Das "Wir" bezieht dabei sowohl die menschlichen als auch die nicht menschlichen Akteur und Akteurinnen der gelebten Mitwelt mit ein. Dabei wird das "Wir" in einem stetigen Prozess infrage gestellt. Welche Wert- und Normvorstellungen werden damit aufgerufen, und wie hängen diese mit der eigenen Perspektive und Lebensrealität zusammen? Die Selbstreflexion über eigene Vorurteile innerhalb der Gestaltungspraxis und eine Auseinandersetzung mit den eigenen Privilegien ermöglichen erst diskriminierungsarme Gestaltungsprozesse. Als HyperWerker und HyperWerkerin gilt es, Freiheit auszuhalten. Selbstorganisation und Eigeninitiative sind aktive Bestandteile des Studiums. Auf ihrem individuellen Lernweg eignen sich die Studierenden Organisations- und Reflexionsstrategien an und üben sich in verschiedenen Dokumentations-, Präsentations- und Visualisierungstechniken – von Text und Illustration, Fotografie und Film über Virtual Reality hin zu multimedialen und experimentellen Formaten. Die Studierenden lernen aus aktuellen Debatten und experimentieren gestalterisch in selbst initiierten Projekten. Gestaltung fokussiert dabei auf die räumliche und zeitliche Anordnung sozialer Beziehungen in einer postindustriellen Gesellschaft. Die Studierenden analysieren gesellschaftliche Transformation, traditionelles Handwerk, neue Technologien und nutzen prototypisch die sich daraus ergebenden Möglichkeiten. Sie werden darauf vorbereitet, exemplarische Antworten, spekulative Modelle, radikale Vorschläge und Alternativen in einer sich verändernden Welt zu gestalten. Sie bauen versierte Handlungs- und Verhandlungskompetenzen auf, die ihre persönlichen Begabungen fördern. Im Angebot der Workshops suchen Sie sich die für sie passenden Angebote gemäss ihren eigenen Zielen aus. Dabei werden sie durch ein regelmässiges Mentoring begleitet.
Alle Infos auf einen Blick
Bildungsinstitut
Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW > Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW
Link zum Angebot
Bachelor Design – Vertiefung Industriedesign
Bachelor Design – Vertiefung Mode-Design
Bachelor Design – Vertiefung Hyperwerk
Link zur Zulassung
Abschluss
Bachelor Fachhochschule FH
Sprache
Deutsch
Dauer
3 Jahre, Vollzeitstudium
180 ECTS (Kreditpunkte)
1 ECTS-Kreditpunkt entspricht einem Arbeitsaufwand von 25 – 30 Arbeitsstunden.
Schulische Voraussetzungen
Für die Zulassung zum Zulassungsverfahren für die Studiengänge im Bereich Design (Industrial Design/Industriedesign, Innenarchitektur und Szenografie, Mode-Design, Prozessgestaltung am Hyperwerk, Visuelle Kommunikation und digitale Räume) wird in der Regel einer der folgenden Abschlüsse vorausgesetzt:
- eine anerkannte Berufsmaturität
- eine anerkannte Fachmaturität
- eine gymnasiale Maturität
- der Nachweis einer anderweitig erworbenen, gleichwertigen Ausbildung auf der Sekundarstufe II
Unterrichtssprache
Deutsch (B2 oder äquivalent). Der Sprachnachweis wird bei Studienbeginn vorausgesetzt.
Arbeitswelterfahrung oder gestalterisches Propädeutikum
Zusätzlich ist der Nachweis einer einjährigen Arbeitswelterfahrung oder der Besuch eines zweisemestrigen gestalterischen Propädeutikums erforderlich.
Nachholen der Berufsmaturität
Studienanwärter:innen ohne abgeschlossene Ausbildung von mindestens drei Jahren auf Sekundarstufe II haben keinen gesetzlichen Anspruch auf Zulassung zum Bachelor-Studium. Informationen für vollzeitliche oder berufsbegleitende Ausbildungsgänge der technischen, gestalterischen und gewerblichen Berufsmaturität geben die örtlichen Berufsschulen.
Zulassung aufgrund ausserordentlicher Begabung (1)
Für die Zulassung zu einem Bachelor-Studiengang kann ausnahmsweise von einer abgeschlossenen Ausbildung auf Sekundarstufe II abgesehen werden, wenn eine ausserordentliche künstlerische bzw. gestalterische Begabung für das Berufsfeld nachgewiesen werden kann.
Anforderungen
Produkt- und Industriedesign studieren heisst, offen, erfinderisch und neugierig in Projekte einzutauchen, Experimente zu wagen, Ideen zu entwickeln, und dann wieder zu verwerfen. Freude an Materialien, Farben und Formen sind wichtig, aber auch Ausdauer und selbstständiges Arbeiten. Unerlässlich sind eine gute Beobachtungsgabe sowie ein Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen und Trends. Wer ausserdem bereit ist, seine Projekte zu reflektieren, zu diskutieren und zu präsentieren, bringt gute Voraussetzungen für ein Designstudium mit.
Zusätzliche Anforderungen
Ob jemand fähig und motiviert genug für ein Designstudium ist, wird in einem speziellen und anspruchsvollen Aufnahmeverfahren geklärt. Die wichtigsten Elemente dieser Eignungsabklärung sind vorgängig eingereichte Arbeiten (Arbeitsmappe, Portfolio), eine Hausaufgabe sowie ein Eignungsgespräch beziehungsweise eine Aufnahmeprüfung. Je nach Schule, Institut und Studienfach werden diese Elemente unterschiedlich kombiniert.
Für die Zulassung zu dieser Eignungsabklärung wird in der Regel eine Berufs-, Fach- oder gymnasiale Maturität verlangt. Zusätzlich ist der Besuch eines einjährigen Propädeutikums (Vorkurs) oder der Nachweis einer mindestens einjährigen Arbeitserfahrung in einem mit der Studienrichtung verwandten Beruf erforderlich. Diesen Nachweis muss nur nicht erbringen, wer eine berufliche Grundbildung mit Berufsmaturität im Bereich der gewünschten Studienrichtung vorweisen kann.
Berufliche Perspektiven
Welche Tätigkeitsfelder stehen nach diesem Studium offen?